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groschenhefte des weltgeistes

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(Presse-)Stimmen

»Dank für diese Wense-Träume ... ungeheuerliche Stücke, geträumt-gefunden oder erträumt-erfunden - das ist eigentlich gleich, sie sind jedenfalls unvergleichlich.« Wolfgang Rihm, 31.XII.2018

»Über ein Ohr, an dem kaum vorbeizukommen ist. Vorzüglich ediert, bebildert, im Netz um Literatur ergänzt.« FAZ Weihnachtsempfehlung 2018

»Selbst- und Welterkenntnis. Wenses Bild von der Seele als reich gegliederter Nation, die dennoch eine Gemeinschaft ist, kennzeichnet freilich genau die Aufgabe, die sich dem abwägend deutenden Astrologen stellt. So offenbart Wenses Traktat über die Astrologie einerseits tiefe Einsicht um Reichweite und Größe der Astrologie, andererseits klare praktische Orientierung. Manchem Astrologen wäre so viel Klarheit zu wünschen. Wenses Text ... bietet eine heute selten gewordene Haltung an: Nüchterne Weisheit, ehrfurchtsvoller Pragmatismus und tiefe Dankbarkeit für dieses kostbare Instrument der Selbst- und Welterkenntnis. Allein dafür lohnt sich die Lektüre.« Astrologie Heute, Oktober/November 2017

»Vorbehaltlos gelobt seien indes die von Reiner Niehoff und Valeska Bertoncini mit dem Untertitel "groschenhefte des weltgeistes" herausgegebenen "splitter" im blauwerke verlag, die es zwar nicht für drei Groschen, wohl aber für einen oder zwei Euro gibt und die auf 60-80 Seiten in Kleinoktav Herrlichkeiten nicht nur aus Wenses Werk in kluger Auswahl und Benachwortung versammeln. Empfehlenswert – auch für Kunsthistoriker – sind Wenses documenta-Wanderungen (splitter 03), die den Solitär als siebzigjährigen Schwarmgeist auf der dritten documenta (1964) zeigen, nachdem ihn die erste (1955) immerhin positiv überrascht, die zweite (1959) dagegen enttäuscht hat, weil sie ihm zu ausschließlich auf die abstrakte Moderne unter US-amerikanischer Flagge setzte ... Das Heft enthält köstliche Tagebuchstellen von Wenses documenta-Besuchen, illustriert darüber hinaus aber auch, wie penibel und haushälterisch der Ekstatiker seine Fantasie verwaltet hat, indem er das Notierte (und mitunter Erfundene oder phantasmagorisch Überhöhte) mehrfach in Briefen an Freunde zitierte, umschrieb oder anders gewichtete, also immer wieder wendete. Das ist – wie auch das instruktive Nachwort von Harald Kimpel – packend zu lesen. Auch das Nachwort zu Das Nordlicht (splitter 11), das sich Wenses "meteorologischen Ekstasen" im Anschluss an seine Erweckung durch das Pfingst-Nordlicht 1921 in Warnemünde widmet, ist ein Genuss und folgt dem Faksimile in den Wetterbüchern. Valeska Bertoncini hat Wenses "Aufbruch ins Wetter" auch einen hörenswerten Radio-Essay gewidmet, der 2016 vom SWR gesendet wurde und dessen Manuskript noch im Netz nachlesbar ist. Wer dem Musiker Wense begegnen will (zumal dem Anfang der 1920er Jahre hochgehandelten Avantgardekomponisten futuristischer, dadaistischer und expressionistischer Werke), greife zu der 2016 zu Wenses 50. Todestag eingespielten CD.« Am Erker, Zeitschrift für Literatur, Bücherschau Ausgabe 71. Jahrgang 2017, Nr. 75

»Mit Messern durch die Seele . Hans Jürgen von der Wenses documenta-Wanderungen ins Glück.So viel Begeisterung können sich die documenta-Macher unserer Tage nur wünschen: ›Phänomenal‹, ›imposant‹, ›übergewaltig‹ – so beschreibt Hans Jürgen von der Wense, eine der großen Außenseitergestalten der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts, die erste documenta von 1955 ... Zu lesen sind Wenses Begeisterungstexte, die zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht blieben, jetzt in einem kleinen ›groschenheft des weltgeistes‹, herausgegeben und mit einem kundigen, die Primärtextlänge locker erreichenden Nachwort versehen von Harald Kimpel, Kunsthistoriker in Kassel. ... Für Kassel-Kenner jenseits der Kunstausstellungen ist auch Wenses Liebe zur modernen ›in Sturmeile aufgemauerte[n] übermoderne[n]‹ Stadt bemerkenswert, wo doch heute längst als Konsens gilt, dass der Neuaufbau missraten ist. Auch hier gilt es, Wenses Euphorie zu entdecken und womöglich gar zu teilen oder zumindest nachzuempfinden – die Euphorie eines Autors, der vor einigen Jahren noch fast gänzlich unbekannt war und der das vielstimmige Konzert der Literatur des 20. Jahrhunderts um einen sehr eigenen Ton bereichert.« Jürgen Röhling, literaturkritik.de, 7.6.2016

»Geistige Weite ist sein Programm
... Dem Verleger Axel Matthes zum Achtzigsten. ... Lukacs, so schreibt Axel Matthes in einem soeben erschienenen Rückblick auf seine eigene geistige Entwicklung, habe seine ›Adoleszenz mitbestimmt‹ (›Georges Bataille nach Allem. Zerstückte Motive‹. Edition Blauwerke/Splitter, Berlin 2016). An der Humboldt-Universität hörte er ›als eingetragener Philosophie-Student Kurt Hager, den ostdeutschen Shdanow, wie er Ortega y Gasset schmähte, ich war beschlagen wie eine Fensterscheibe.‹ … Es mussten Jahrzehnte vergehen, bis Axel Matthes, erst als Programmleiter des Verlags Rogner & Bernhard, seit 1977 dann als Verleger von Matthes & Seitz, darangehen konnte, das Gewebe von Lukacs Verdammungsurteilen aufzutrennen. … Es war eine geistige Befreiung, die Axel Matthes brachte. Man muss nur den ersten, 1987 erschienenen Band seines Verlagsjahrbuchs ›Der Pfahl‹ noch einmal zur Hand nehmen: Günter Maschke neben Georg Simmel, Maurice Blanchot neben Jürgen von der Wense – wo sonst gab es eine auch nur annähernd vergleichbare Weite, einen so freien Atem?« Lorenz Jäger, FAZ, 18.5.2016

»Prachtvolle Texte für einen (oder zwei) Euro
Gegen die Ökonomisierung nicht nur des Editionsgeschäfts: Der kleine Berliner Verlag blauwerke bringt ›Groschenhefte des Weltgeistes‹ heraus … fast einen kleinen Rausch möchte man bekommen bei der Lektüre der prachtvollen Texte im Westentaschenformat, die sich einem entfalten in einer Form, die schöner, unspektakulärer, schlichter – und als letztes Argument unserer durchökonomisierten Zeit: billiger kaum sein könnte. Denn für einen beziehungsweise zwei Euro unterlaufen sie jede sogenannte ökonomische Logik mit den Mitteln einer geradezu verschwenderischen Verausgabung und verführen zu nichts mehr als zum Lesen und damit zum lustvollen Einsatz der eigenen Lebenszeit. So zielt es nicht allein auf die Loslösung vom teueren Medium Buch, sondern vielmehr auch auf die Distanzierung von einem hypertrophen Buchmarkt, der in seiner Zuspitzung nur noch den medialen Hype um die Bestseller und das große Geschäft dahinter im Auge hat, wenn Kleinstverlage wie die blauwerke in einer Mischung aus anarchischem Furor und ironischer Resignation ihre editorische Arbeit gerade bis zu jenem Umschlagpunkt zu treiben suchen, wo die materiale Wertlosigkeit in höchste Wertschätzung des Gegenstandes und der eigenen, unbezahlten Arbeit umschlägt. Letztlich Beispiele minimalistischer Veredelung gegen die Palettenberge der Druckwarendiscounter: In vorbildlicher Sorgfalt ediert, öffnen und erweitern sich die gehaltvollen Büchlein mit ihren Vor- und Nachworten, den Begleitessays, Fotos, Grafiken, wissenschaftlich fundierten Fußnoten und schließlich mit bibliografischen Hinweisen ins Enzyklopädische – dorthin, wo die Denk- und Recherchewege in Bibliotheken und Archiven sich verlieren könnten, um die aufgezeigte Kontextualisierung voran- und damit zugleich den symbolischen Mehrwert des Ausgangstextes in die Höhe zu treiben. … Und begeisternde Texte gibt es noch viele zu entdecken: Wer kennt schon Hans Jürgen von der Wense, diesen megalomanischen Sammler und exzessiven Wanderer zwischen allen Wissensgebieten, mit seinem Essay ›Über das Stehen‹ oder seiner Übersetzung einer ›Schöpfungs-Mythe der Kato-Indianer‹? Wer erinnert noch Georges Batailles provokative Schrift ›Der große Zeh‹ von 1929? Und kaum jemand findet heute zu T.E. Lawrences (›von Arabien‹) ›Sieben Säulen der Weisheit‹ und entdeckt dort seine Theorie einer ›Wüsten-Guerilla‹, die hier nun erstmals auf Deutsch vorliegt.« Andreas Kohm, Badische Zeitung, 16.2.2016

»Was den Mensch zum Menschen macht
1929 erschien in der Nummer 6 der Zeitschrift Documents [Batailles] Text Le gros orteil/Der große Zeh, der nun vom kleinen Berliner Verlag Edition Blauwerke in einer handlichen (Format A6) wie schönen zweisprachigen und mit einem umfangreichen Kommentar versehenen Ausgabe erstmals auf deutsch vorgelegt wird. ... Batailles kulturkritische wie hochgradig ironische Apologie des großen Zehs eignet sich sehr gut als Eröffnung der Reihe, denn wie einen Splitter treibt Bataille die Bedeutung des großen Zehs in den Kopf des Lesers hinein, wo sich der intellektuelle Schmerz gleich einer Erleuchtung ausbreitet. ... Der profunde Kommentar gibt Batailles Text einen gebührenden Rahmen und verortet ihn nicht nur im Kontext des Werks und seiner Zeit, sondern zeigt auch, wie sich Bataille gegenüber den Surrealisten, den maßgeblichen Avantgardisten seiner Zeit, deren Stern aber bereits im Sinken begriffen ist, abzusetzen versucht.« Tobias Schmidt, literaturkritik.de, 27.1.2016

»Auf dem Zeh balanciert der Geist.
... Wie man an die Idee von Bändchen für die Westentasche anschließen kann, führt jetzt ein neuer Berliner Kleinverlag vor. Mit Heftchen in DIN-A6-Format, in Klammerheftung. Ihr Reiz liegt freilich im kalkulierten Kontrast von evozierter, auch realer Billigkeit – der Preis beträgt ein Euro – zur Gediegenheit des Inhalts. Nehmen wir dazu das zuletzt erschienene Heftchen, die Übersetzung eines frühen kurzen Texts von Georges Bataille ... Dieser Text zeigt Bataille von seiner spielerischen Seite ... Valeska Bertoncinis deutsche Fassung ist exzellent – der Originaltext steht links zum Vergleich –, ihre Anmerkungen zur übersetzung sind lesenswert genauso wie ihr beigegebener Essay über Batailles Auftritt mit den ›Documents‹ ... Eine ansehnliche Bildausstattung kommt noch hinzu. ... In Vorbereitung sind unter anderem die Fragmente des romantischen Naturphilosophen Johann Wilhelm Ritter, Aufzeichnungen des Polarforschers Salomon August Andrée … man darf gespannt sein.« Helmut Mayer, FAZ, 8.1.2016

»Zu ihrem [documenta] 60-jährigem Bestehen in diesem Jahr ist eine Kostbarkeit erschienen: Wenses Äußerungen zur documenta in einer Broschüre. Tagebucheinträge und Briefstellen von radikaler Subjektivität, Übertreibung und Überhöhung, so unabhängig vom Zeitgeist wie sprachlich verwegen, originell, amüsant.« Mark-Christian von Busse, HNA, 4.12.2015

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