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»Wense wollte keine Karriere, sondern ein Leben. Im Königreich des Unnötigen. Er enttäuscht mich nie.« Axel Matthes
Wense

Hans Jürgen von der Wense (1894–1966) Universalgelehrter, Übersetzer, leidenschaftlicher Wanderer, Fotograf wurde im expressionistischen Berlin zunächst als Komponist berühmt & berüchtigt. 1915 spielte Wense seine ersten Klavierstücke Arnold Schönberg vor, befreundete sich mit Hermann Scherchen und Ernst Krenek fürs Leben, war mit Erwin Schulhoff bekannt, später wenn auch flüchtig mit Luigi Nono und mit Hans Werner Henze, aber auch mit Malern wie Erich Heckel, Lyonel Feininger oder dem wundersamen Europaflüchtling Walter Spies und Schriftstellern wie Georg Kaiser oder Heinrich Hauser. 1920 zog sich Wense vom Berliner Musikleben an die Ostsee zurück, begann die alltäglichen Wettersensationen zu verzeichnen und zu übersetzen: Lau Dan und Konfuzius, die ›Lieder des Insel Malta‹, Mythen der Kagabá-Indianer Brasiliens, die Gesänge und Berichte der Ewe aus Togo u.v.m., bis er im Mai 1932 durch ein Erweckungserlebnis in der Landschaft nahe Karlshafen an der Weser sein bisheriges Leben abbrach, zunächst nach Kassel, dann nach Göttingen zog und zum Wanderer und Landschaftskundler wurde. – Die drei großen Bücher allerdings, die Wense in Arbeit hatte: ein Buch mit Fragmenten in der Nachfolge des Novalis und Johann Wilhelm Ritters, ein Buch mit Übertragungen aus allen Zeiten und Zonen der Welt und ein Buch über die Landschaft der deutschen Mittelgebirge, blieben in unterschiedlichen Fertigungszuständen stecken und Fragment. Zu Lebzeiten hat Wense denn auch nur minusrekordverdächtige achtzig Seiten publiziert. Erst seit den achtziger Jahren und Dank der unermüdlichen Anstrengungen von Wenses engstem Freund Dieter Heim und dem Verleger Axel Matthes, schließlich dem Verlag Zweitausendeins wurden umfangreiche Auszüge vor allem aus den Briefen und Tagebüchern des Solitärs der deutschen Literatur bekannt.

»Ich habe Angst in ihren Schränken stramm zu stehn. Ich habe noch mehr Angst, 'gebunden' zu sein. Lieber bleib ich broschiert. Aber du bist gut u. verstehst mich u. lachst mich aus.« (Wense an Heinrich Hauser, 25. Januar 1929)

Stimmen zu Wense
»Ich möchte Ihnen danken für die Fragmente, die von geheimer Wahlverwandtschaft mit Novalis zeugen.« (Ernst Robert Curtius)

»Dieser erstaunliche Sonderling, dieser absolute Nicht-Literat gehört an hervorragende Stelle in jener überfälligen Geschichte der geheimen deutschen Literatur, von der ich immer träume.« (Botho Strauß)

»Mit Wense ist eine alles überragende Persönlichkeit in unseren Kreis eingetreten. Sein Bildungs- und Interessenniveau übersteigt das aller anderen. Die eruptiv visionäre Kraft seiner künstlerischen Kundgebungen hebt ihn fast einzelgängerisch von allen ab.« (Hermann Scherchen, 1920)

»Die interessanteste Persönlichkeit in diesem Kreis war Hans-Jürgen von der Wense, ein schwer definierbares, aber wahrhaftes Universalgenie, da alles, was er anpackte – sei es Musik, Literatur, Philosophie oder selbst Astrologie – von völlig originellen jähen Blitzlichtern großartiger Einsicht durchstrahlt war, obschon sich seine Leistungen auf keinem dieser Gebiete zu dauerhaft zusammenhängenden Gebilden kristallisierten.« (Ernst Krenek)

»Seine Musik ist die eigenwilligste, expressivste und neueste aller Zeitgenossen. Mit Erik Satie, Sergei Prokowjew, Igor Strawinsky, Béla Bartók und Schönberg gehört er heute in eine Reihe. Aber er ist vielleicht der zukünftigste unter ihnen!« (Hans Heinz Stuckenschmidt, 1921/22) »Wense kam sehr früh mit seiner freiherrlichen Familie in Konflikt und verließ das Elternhaus. Nur seine Mutter hielt zu ihm und zog später zu ihm nach Göttingen. In den zwanziger Jahren gehörte Wense zum Kreis um Toller, Däubler, Schönberg, Scherchen, Krenek, Kokoschka, zeitweise auch zur ›Aktion‹. Er war damals als Kommunist zeitweise verfolgt und tauchte im 3. Reich auf irgendeine Weise unter.« (Hans Henny Jahnn)

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SWR-Radio Essay zu Wenses Warnemünder Wetterbüchern

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